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Challenge Roth 10.7.2011 |
| Die Königin der Langdisatnz Rennen feiert 10 jähriges Jubiläum.
J - 10 TageEs ist mal wieder soweit, die Vorbereitung für den Challenge Roth sind abgeschlossen, nun heisst es Tapern. Also Füsse still halten und Ausruhen. Das ist in so einer schönen Gegend wie dem Engadin echt schwer. Irgend ein Berg lockt immer zum rauf Fahren oder Laufen . Das weiss die Susa, meine Trainerin, auch und ist spontan her gekommen um das Ganze zu "Überwachen" (und um sich für ihren Norseman vorzubereiten). Heute Abend dann hab ich die absolut tolle Nachricht erhalten dass ich in der ersten Startgruppe starten werde mit allen Profi's. Wie cool ist das denn :-) Um das zu feiern legen wir jetzt beide die Füsse hoch und freuen uns auf ein absolut schönes Rennen in Roth. J-2 Tage
Es ist schön euch alle wiederzusehen!!! Die Pre-race Partys sind im vollen Gange und die Luft kann man mit dem Messer schneiden dermassen ist die Vorfreude auf dieses Jubiläum bei allen Athleten gross. Bei mir macht sich auch so langsam richtig heftige Nervosität bereit. Ich habe dieses Jahr einen genialen Homestay: ich darf bei Susa's Eltern schlafen. Papa Buckenlei verköstigt mich meisterhaft (darf ich ihn mit Heim nehmen?? :-) ) Die letzten Trainingseinheiten vor dem Rennen laufen nicht so toll aber das muss nichts heissen. RACEDAYEndlich ist es soweit... Die Nacht habe ich nicht geschlafen, was zum Teil auch daran lag dass ich den Anfang einer Blasenentzündung habe und nur noch Blut gepinkelt habe. Aber die wird noch ein paar Stunden warten müssen bis sie sich ausbreiten kann. Jetzt ist erst mal der magische Moment dran wo die Schwimmhymne vom Challenge gespielt wird: "one minute to go" Ich befinde mich an der Startlinie und halte mich am Wasserwachtsboot fest. Neben mir der Lokalmatador: Bernd Eichhorn. Dann fällt der Startschuss. Die ersten paar Metern das übliche Gedränge und die Frage ob die Boote mit den Fotografen aus dem Weg gehen. Dann befinde ich mich zwischen zwei Männern und schwimme in deren Welle mit. Sehr schnell ist die obere Wendeboje erreicht (bin ich wirklich schon 1700 Meter geschwommen???) und es geht zurück am Start vorbei, unter die Brücke wo mehr als 20'000 Zuschauer schreien und anfeuern. Das ist der helle Wahnsinn. Normalerweise bekommt man im Wasser nicht viel mit aber hier im Kanal kann man sogar den Bass von der Musik spüren. Nach 54 Minuten und 34 Sekunden steige ich mit einem breiten Lächeln als zehnte Frau aus dem Wasser. Wechselzelt, Neo aus, Radschuhe an und auf geht's Richtung Rad. Die letzten Startgruppen sind noch nicht im Wasser. Auf dem Rad ist erst mal Verpflegen angesagt. Da ich am Morgen die Hälfte meines Proviants im Kühlschrank vergessen habe bin ich nun froh dass Marc Godart an der Strecke steht mit der anderen Hälfte. Die erste Runde läuft prima. Ich habe richtig guten Druck. Beim Radar hinter Selingenstadt überholt mich Fritz Buchstaller und hat gleich 10 Leute im Schlepptau. Obwohl Windschatten fahren verboten ist überholen mich recht viele Gruppen. Im laufe der 180 Kilometer kommen aber immer mehr Athleten mit durchgestrichener Startnummer vorbei, d.h. die mussten schon eine Zeitstrafe absitzten wegen drafting. Ich freue mich schon auf den Solarer Berg. Bei Kilometer 70 ist es dann soweit. Es ist einfach nicht zu beschreiben. 10'000 de von Zuschauern. Die Strasse sieht man nicht mehr und man muss einfach drauf vertrauen dass sie aus dem Weg gehen um einen durchzulassen. An der mitte des Berges schaut auf einmal ein Blondschopf raus: Katrin Walchshöfer, Dame Walchshöfer, die auch kräftig mit anfeuert. Man fährt durch einen Tunnel an Menschen die rufen und schreien und das gibt einfach nur die nötige Motivation um die zweite Runde gut zu überstehen. Oben am Berg wartet Marc mit meinem Proviant. Dann geht es durch Pierheim wo der Reinard Hämmerling seine Applauskurve voll im Griff hat. Er hat sich am Donnerstag extra noch in Lederhosen geschmissen um mich auf die Hüttengaudi zu begleiten. Dann ist die zweite Runde auch schon angebrochen. Langsam merke ich dass ich sehr viel esse und die Kräfte erstaunlich schnell zur Neige gehen. Zu allem Überfluss tut mir seit Beginn Rad auch noch eine Niere weh. Also bleibt nur trinken was rein passt und schauen aus dem Tief raus zu kommen. Kurz vor dem Kalvarienberg bei Kilometer 120 ist mir klar dass ich mich zwar noch durch die 180 Kilometer durchbeissen werde aber dass ich das Laufen nicht mehr machen kann. Dazu tut mir der Infekt zu weh. Das zweite Mal Solarerberg ist schon nicht mehr so laut. Viele sind jetzt auf der Laufstrecke. Ich schaffe es aus dem tief raus und wechsele noch in die Laufkleider aber nach dem ersten Toilettenstop bei Kilometer 2 muss ich abbrechen. Ich bin zwar enttäuscht aber es war definitiv, da wäre nicht mehr drin gewesen. Es ist schade da mein Rennen so gut angefangen hat und ich die einmalige Gelegenheit hatte in der ersten Startgruppe ruhig die 3,8 Kilometer durchzuschwimmen. Andererseits schreit mein Körper scon seit St.George nach Ruhe und so werde ich in 2 Wochen entscheiden ob ich die WM 70.3 in Las Vegas machen werde oder ob meine Saison hiermit beendet sien wird. Ich danke euch allen von ganzem Herzen für euere Unterstützung. Es war schön euch alle wiederzusehen ihr Rother, Hilpoltsteiner und Pierheimer, wo ich 1,5 Jahre lang Daheim sein durfte. Das wird nicht mein letzter Start in Roth gewesen sein. Das Virus hat nun auch mich gepackt. es sit einfach das geilste Rennen der Ganzen Serie. Ich wünsche euch nun schöne Ferien.
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