Home Results 2011 Corvatsch Trophy 23.7.2011
Corvatsch Trophy 23.7.2011

Zwei Wochen nach dem Challenge Roth hat es mich wieder in den Beinen gejuckt...ich wollte wieder auf den Berg:-)

Zwar war ich noch immer nicht hergestellt aber ein lehrreiches Training wurde dieser prügelharte Lauf trotzdem.

Die Corvatsch Trophy ist die letzte Etappe und 5. vom Alpinathlon.

Und ausserdem eine super Vorbereitung für Moni, meine Athletin, auf den Sommerlauf am 21.8.

Start war in St.Moritz auf 1705 Metern. Das Ziel war die Bergstation Corvatsch auf 3306 Metern und die Distanz genau 10,5 Kilometer.

Vom Start weg ging es gleich den Berg hinauf, Einlaufen Fehlanzeige.

Die Strecke führte über Waldwege und sehr schnell in die Geröllfelder hinein. Durchlaufen war für mich nicht drin, das meiste war eh so steil dass man mit schnellem gehen besser beraten war.

In der Nacht vorher hat es auf der Bergstation 30 cm Neuschnee gegeben und das Wetter war sehr unbeständig.

Nur der übliche Malojawind hat an diesem Tag gefehlt. Es war ein Tag mit Nordwind, also Rückenwind für uns.

Moni musste ich schon früh ziehen lassen da ich mir die Strecke gut einteilen musste um überhaupt zu finishen.

Auf Furcola Surlej waren die ersten 7,5 Kilometer und 900 Höhenmeter geschafft. Das Wetter machte zu, es fing an mit schneien und man sah den Gletscher nicht mehr.

Die Wegmarkierung war bis hierhin sehr dürftig und ich fragte mich ob ich den Weg im Schnee und im Geröll überhaupt finden würde.

Dazu kam dass die Verpflegungsstationen  gekürzt worden sind und es insgesamt nur 3 anstatt 5 gab.

Ich hatte zwar meine Flasche dabei aber der Flüssigkeitsmangel sollte sich in der Höhe schnell rächen.

Auf dem Gletscher standen allerdings jede 600 Meter einen Bergretter mit Hund...was bei diesen Witterungsverhältnissen beruhigend war.

Die Spuren der Läufen waren auch in den einzelnen Schneefeldern gut sichtbar.

Die letzten 250 Höhenmetern ging es dann richtig zur Sache. Wadentiefer Schnee und schätzungsweise eine rote bis schwarze Skipiste galt es hoch zu kommen. Ich kämpfte mittlerweile mit meinem Kreislauf und meinem Mangel an Flüssigkeit.

Die Balance zu finden zwischen vorwärts kommen und Schwindel war gar nicht so leicht.

Mittlerweile kam die Sonne wieder durch die Wolken und man konnte die Bergstation sehen....die nur sehr langsam näher kam.

Zum Schluss hatte man noch 100 Treppen rauf zu laufen, man hatte ja sonst noch nix gemacht, dann endlich ins Ziel.

Wo ich von Moni und ihrer Familie ganz herzlich empfangen wurde.

Das Glas Sekt habe ich dann doch abgelehnt, es hätte mich wohl an Ort und Stelle umgehauen.

Eines ist mir während dieses Rennens klar geworden:

Es wird nicht das letzte Mal sein dass ich einen Berglauf mache.

Und nächstes Jahr werde ich den ganzen Alpinathlon mitmachen.

Die Quälerei ist eine andere als bei einem Ironman, man hat das Ziel visuell immer vor Augen.

Und vor allem bin ich mittlerweile der Bergwelt des Oberengadins hoffnungslos verfallen.

Liebe Grüsse ins Unterland:-)